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"Nummer 1“ legt eine Verschnaufpause ein

Verfasst von jörn am 7. Dezember 2011 - 9:28.

Aachen. Die gute Nachricht vorweg: Philipp Nawrocki hat nicht vor, seinen Rücktritt bekannt zu geben. Dafür ist es zugegeben auch noch etwas früh. Schließlich befindet sich der erfolgreichste und bekannteste Marathonläufer der Region mit seinen zarten 34 Jahren im besten Marathonalter. Der Begriff der Verschnaufpause trifft es da schon besser.
Zumindest beim diesjährigen - mittlerweile bereits 49. - ATG-Winterlauf am 11. Dezember wird Nawrocki nicht zu den 2500 Startern zählen, die nicht weniger als 18,4 Kilometer vom Vichtbachtal zum Chorusberg auf sich nehmen werden. „Ich bin nicht in Topform“, erklärt er. „Und bevor ich nur aus Spaß mitlaufe, helfe ich lieber bei der Organisation mit“.

André Collet trägt die „Eins“

Eines steht damit fest: Die Startnummer 1 - in den vergangenen Jahren stets reserviert für Nawrocki - wird damit an einer anderen Brust kleben. „Mein Vereinskollege André Collet wird sie tragen, und er hat es sich verdient“, meint Nawrocki.
Muss sich der Außenstehende etwa Sorgen um die mangelnde Fitness des Vorzeigesportlers Nawrocki machen? Keineswegs! Denn der amtierende deutsche Mannschaftsmarathon-Meister hat derzeit auch abseits der Laufstrecke alle Hände voll zu tun. Vor knapp drei Monaten kam im Hause Nawrocki der Nachwuchs zur Welt. „Da genießt man auch schon mal die Abende zu Hause“, verrät er.

Die Ehefrau ist Sprinterin

Der Sport wird mit Sicherheit auch in Zukunft bei der kleinen Familie einen hohen Stellenwert genießen. Denn neben Nawrocki ist auch seine Frau als Sprinterin aktiv in einem Verein tätig - allerdings nicht bei der Aachener Turngemeinde, sondern bei der DJK  Frankenberg.
Verständlich, dass beide Vereine schon um die Anmeldung der kleinen Tochter buhlen.“Natürlich gab es schon die ein oder andere, wenn auch nicht ganz ernst gemeinte Anfrage. Mal sehen, ob das Kind mehr nach der Mutter, oder mehr nach dem Vater kommt“, lacht Nawrocki.
Für den 34-Jährigen dürfte es am 11. Dezember jedenfalls eine ungewohnte Situation sein, nicht im Rampenlicht zu stehen. „Wahrscheinlich werden mir die Füße kribbeln“, vermutet Nawrocki, der die ersten vorsichtigen Blicke allerdings schon Richtung Zukunft wirft. „Ich würde den ATG-Lauf natürlich gerne noch einmal gewinnen, das ist doch klar“, sagt er.
Bereits fünfmal gelang ihm dieses Kunststück, zuletzt 2007. Auch wenn sich Nawrocki in diesem Jahr nicht die Laufschuhe schnüren wird, vorne dabei sein wird er auf jeden Fall - und zwar auf dem Fahrrad. „Ich bin sozusagen als rasender Reporter im Einsatz. Wir prüfen derzeit, inwieweit es möglich ist, während des Laufs eine Live-Reportage zu organisieren, die dann über die Lautsprecher am Chorusberg zu hören wäre“, verrät er.

50. Lauf zum 150. Geburtstag

„Und sollte das funktionieren, und ich nächstes Jahr topfit für den Lauf sein, mache ich vielleicht beides“, sagt Nawrocki mit einem kleinen Augenzwinkern. Der Rahmen dafür wäre jedenfalls ein Besonderer: Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 150-jähriges Jubiläum, und obendrein die 50. Auflage des ATG-Winterlaufs.

[Quelle: Aachener Zeitung, vom 1. Dezember 2011, Text: André Schaefer, Foto: Andreas Steindl]

Die Startnummern passen:  Philipp Nawrocki erwartet 2500 Läufer zum 49. Winterlauf. [Foto: Andreas Steindl]
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