Internationales Mehrkampfmeeting, Bernhausen (10./11.06.)

Erschöpft und glücklich, die starken deutschen Mehrkämpfer der U20

Jannis Wolff startet seine Mehrkampfsaison mit persönlicher Bestleistung und neuem Kreisrekord

Jannis Wolff hatte sich in diesem Jahr eine etwas andere Wettkampfplanung vorgenommen als in den letzten Jahren. Er verzichtete als Titelverteidiger auf die NRW-Meisterschaften in Bad Oeynhausen (vor zwei Wochen) und entschied sich seinen ersten Mehrkampf in Bernhausen zu absolvieren. Seine Gegner waren keine geringeren Athleten als der amtierende Weltmeister der U20 Niklas Kaul und der amtierende Weltmeister der U18 Manuel Wagner. Dieser Wettkampf war unter anderem ein Qualifikationswettkampf für die anstehenden Europa- und Weltmeisterschaften der U18/U20-Athleten, und somit war alles, was Rang und Namen hatte an diesen Tagen in Bernhausen.

Der Wettkampf begann am frühen Samstagmorgen bei hervorragendem Sommerwetter. Die heißen Temperaturen sollten uns beide Zehnkampftage erhalten bleiben, so dass die Athleten dauerhaft auf der Suche nach kühlendem Schatten waren. Pünktlich um 09.30 Uhr startete die Riege von Jannis mit dem 100m-Lauf. Seine 11,51 Sekunden waren solide, rissen aber niemanden vom Hocker. Anders lief es dann im Weitsprung. Diese für ihn zur Zeit sehr schwierige Disziplin beendete er im letzten Versuch knapp mit neuer Bestleistung in 6,43m. Beim folgenden Kugelstoß machte er es ähnlich spannend und konnte erst im 3. und letzten Versuch seine Leistungsfähigkeit abrufen. 11,90m bedeuteten eine Steigerung zum Vorjahr von fast anderhalb Metern. Was dann beim Hochsprung folgte, ist der Albtraum eines jeden Trainers. Jannis konnte aufgrund von Schienbeinschmerzen nicht richtig belasten und abspringen, und plötzlich stimmte nichts mehr... nicht der Anlaufrhythmus, nicht der gewohnte Absprung. Völlig frustriert schied Jannis nach erreichten 1,72m aus dem Wettkampf aus. Für einen 1,90m-Springer nur schwer zu verkraften. Hilft aber nicht... Zehnkampf geht weiter... In den nachfolgenden 400m-Lauf musste er nun alles hineinlegen und tat das auch. Bei 35C° gelang ihm ein toller Lauf kurz über seiner Bestleistung in der Zeit von 50,94s.

Der zweite Tag begann noch früher als der erste. Um 09.15 Uhr standen die 110m Hürden auf dem Plan. Alle U20-Jungs mussten murrend in diesen sauren Apfel beißen und ihre Leistung abrufen. Das gelang Jannis mit einer schönen Zeit von 15,09 Sekunden. Im nachfolgenden Diskuswurf legte Jannis dann noch ein Pfund drauf und konnte im zweiten Versuch den Diskus auf die neue Bestleistung von 32,60m katapultieren. Es folgte die schwierigste Disziplin des Zehnkampfes, der Stabhochsprung. Da der Disziplintrainer nicht dabei sein konnte und Jannis nach wie vor Schmerzen beim Abspringen quälten, war allen bewußt, dass diese Disziplin entscheidend sein könnte. Gottlob verlief das Einspringen hervorragend und mit diesem Selbstbewußtsein ging Jannis die Sprünge an. Es klappte... am Ende standen sehr gute 4,30m auf seinem Mehrkampfkonto. Ebenso rund lief es beim Speerwurf. Auch hier war er mit den erreichten 50,05m sehr zufrieden. Die abschließenden 1500m lief er dann sehr geschickt im Hauptfeld und konnte in der sengenden baden-würthembergischen Hitze seine Bestleistung um 2 Sekunden nach oben schrauben. Damit hatte er sich seine neue PB und die Verbesserung des Kreisrekordes um 109 Punkte auf nun 6.731 Punkte redlich verdient. Für ihn sehr erfreulich ist auch, dass er mit dieser Leistung seinen Titel bei den NRW-Meisterschaften hätte verteidigen können.  In einigen Wochen wird er bei den Deutschen Meisterschaften noch einmal angreifen und hat sich eine nochmalige Verbesserung vorgenommen... bei dem verpatzten Hochsprung, kein Wunder. Wir drücken ihm die Däumchen...