Deutsche Jugendmeisterschaften, Rostock (27.-29.07.)

Rostock – eine Geschichte von Wespengift, Wind und Altpapier

Deutsche Jugendmeisterschaften – für viele jugendliche Leichtathleten ein Traum... Für sieben junge ATGer wurde dieser Traum in diesem Jahr wahr und so ging es hoch in den Norden nach Rostock.

Carolin und Clara reisten donnerstags an – eine gute Entscheidung, denn die Anreise des restlichen Trupps zog sich mit vielen Staus in die Länge. Dafür wurden wir vor Ort positiv von unserer Unterkunft überrascht : Ein schönes, passendes Ferienhaus am Stadtrand, geführt von einer netten Vermieterin mit ihren Berner Sennenhunden Susi und Bolle, ließen uns den Anreisestress vergessen. Ein abendlicher Spaziergang sollte ein Übriges tun. Ein wenig Frisbeespielen entspannt sicher, dachten die Trainerinnen Christiane und Marlies.... Dass Joep dann ausgerechnet in ein Wespennest treten musste und sofort ein paar Stiche ins Bein erhielt, dämpfte die gute Stimmung etwas. Kühlpacks und Soventolgel begleiteten den weiteren Abend – hielten aber die Schwellung und den Schmerz für Joep in Grenzen... Und wer den Schaden hat, spottet jeder Beschreibung – und so war der Hauptdiskussionspunkt des Abends, ob Wespengift vielleicht als Dopingmittel geahndet wird …<--break->

Carolin Führen hatte an diesem Freitag auch ohne Wespen-Doping schon alles richtig gemacht:

Unsere jüngste Einzelstarterin ließ sich von dem größten Gegner der Meisterschaften – dem sehr böigen Wind – nicht beeinflussen und zeigte sich in ihrer momentanen Lieblingsdisziplin, den 400m-Hürden kampfstark und auf den Punkt fit : Mit 63,95 s gelang ihr in ihrem Vorlauf Rang 4, und insgesamt der Einzug unter die letzten 16, ins B-Finale. Klasse !

Samstagmorgen blies der Wind immer noch – leider für alle Kurzsprinter von der falschen Seite.

Dies und die beiden 400m-Läufe des Nürnberg-Wochenendes eine Woche  zuvor machten Lisa Schiffers Beinen etwas zu schaffen, so dass sie mit 16,17s unter ihren Möglichkeiten blieb. Aber nicht traurig sein, Lisa – kommendes Jahr wird das anders !

Mittags gingen dann unsere beiden 400m-Läufer ins Rennen. Wenn schon Wind, dann wenigstens kein Gegenwind auf der Gegengeraden... dieser Wunsch ging für Clara Malangré und Nils Utecht in Erfüllung und beide schlugen sich in der Mittagshitze sehr gut : Clara gelangte nach 59,17s ins Ziel, Nils lief mit 49,64s sogar eine neue persönliche Bestzeit – Chapeau !

Nachmittags stand dann Joep Merx´ 200m-Lauf auf dem Programm. Die Wespenstiche hatten sich nicht weiter ausgebreitet – und der kleine Stolperer auf dem Weg in den Startblock (warum liegt da auch so ein blödes Lautsprecher-Kabel im Weg...?) ließ nur die Trainerin erschauern... Joep lief bei ordentlichem Gegenwind ordentliche 22,77s – eine gute Vorstellung des jungen Sprinters auf der langen Distanz – und auch Joep darf ja im kommenden Jahr wieder „ran“...

Um 18.05 stand dann noch Carolins B-Endlauf an. Wieder lief Carolin ein gutes Rennen, blieb im vorderen Teil des Feldes und beendete den Lauf als Dritte mit sehr guten 63,63s , knapp über ihrer Bestleistung, was Carolin insgesamt Platz 11 und damit die beste ATG-Platzierung des Wochenendes einbrachte.

Der Samstag Abend verlief für die Ferienhaus-Bewohner diesmal Wespenfrei und mit vielen spaßigen Activity-Einlagen an der gemütlichen Feuerschale. Ein guter Übergang in den dritten und letzten Wettkampftag. Sonntag war unsere 4x100m-Staffel der Mädels gefragt, die sich ja in letzter Sekunde bei den NRW-Jugendmeisterschaften die Qualifikation erlaufen hatten. Die Sonne lachte weiterhin vom Himmel, wenn auch nicht mehr ganz so schwül und nicht mehr ganz so windig wie an den beiden Vortagen. Was könnte da schief gehen ? Oh ja... da gab es was.... Entgegen der Meinung von Marlies, hatten sich die beiden „Nur-Staffelläuferinnen“ Laura Giese und Ricarda Kutsch nicht schon am Samstag ihre Startnummern aus dem ATG-Umschlag genommen.... Und dieser Umschlag schlummerte … in der Altpapiertonne beim Ferienhaus … So schnellte nicht nur der Puls der Staffelmädels hoch, sondern definitv auch der Puls der Trainerinnen. Gut, dass die Unterkunft nur 20min entfernt war... so ging es für die Jungs und Marlies mit allem was der Cambio-Bus hergab und im Rahmen des Erlaubten lag wieder gen Rostock-Hinrichsdorf, wo uns die nette Vermieterin die Startnummern schon aus der Tonne gefischt hatte … Pünktlich zurück lag einer erfolgreichen Staffel nichts im Wege. Und die Mädels zauberten eine prima Stadionrunde auf die Bahn – nicht mit ganz optimalen Wechseln, aber sie blieben mit 49,04s nur knapp über ihrer Bestleistung und brachten vor allem das Staffelholz sicher ins Ziel – das war ja nicht immer so, in den letzten Jahren.

So war Rostock ein gut gelungenes Rundum-Paket mit super Stimmung, prima Wettkämpfen und Unterkünften und einer tollen Truppe !